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"Wissen Sie, was hier los ist?"

Bürger stellen kritische Fragen an Bundestagsabgeordnete

Glauchau. Vor etwa 120 Interessenten haben gestern Abend die Bundestagsabgeordneten Simone Violka (SPD) und Jörn Wunderlich (Linke) Rede und Antwort stehen müssen. Dabei hatte Wunderlich ein Heimspiel, denn ein Großteil der Gäste in der Glauchauer Sachsenlandhalle ist Mitglied beziehungsweise Sympathisant der Linkspartei.
Folglich richteten sich die kritischen Fragen unter anderem zur sozialen Situation an die SPD-Frau. Ob sie wisse, "was hier unten los ist", ob sie wisse, dass zum Beispiel eine 60-jährige Frau mit 300 Euro im Monat auskommen muss, ohne Sozialgeld und ohne Wohngeld. Sie kenne solche Fälle und habe auch schon manchem helfen können, sagte Violka. "Mitunter sind es nicht die Sozialgesetze, sondern die Fehler, die im Amt gemacht werden", meinte sie. Deshalb sollten Betroffene versuchen, Hilfe zu bekommen.
Wunderlich kritisierte, dass die neuen Regelungen Härten für die Kinder von Hartz-IV-Betroffenen mit sich bringen. Wenn jemand beispielsweise zur Jugendweihe oder zur Konfirmation eine teures Geschenk oder Geld bekommt, müsse dies der Arge gemeldet werden, wenn der Wert der Geschenke im Jahr 50 Euro überschreitet. Die Folge könnte sein, dass diese Beträge dem Vermögen der Familie hinzugerechnet werden.
Zur der Veranstaltung, auf der es noch um weitere Themen wie Rente mit 67, Auslandseinsätze der Bundeswehr oder Nebeneinkünfte der Abgeordneten ging, hatte die Bürgerinitiative für soziale Gerechtigkeit Glauchau eingeladen. Ihre Sprecherin Romy Chares sagte, dass der CDU-Bundestagsabgeordnete Marco Wanderwitz zu diesem Forum eingeladen war, aber einen anderen Termin hatte. Wanderwitz hätte nichts gegen solche Veranstaltungen und würde beim nächsten Mal gerne kommen, sagte sie. (STO)

Freie Presse Glauchau 20.04.2007

 

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