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Simone Violka fordert ein Ende der Standortwerbung mit dem Argument der niedrigeren Löhne

 

Simone Violka, die Landesgruppenvorsitzende der sächsischen SPD-Bundestagsabgeordneten begrüßt die Bemühungen von Ministerpräsident Milbradt, junge Menschen zu einer Rückkehr nach Sachsen zu bewegen. „Wir brauchen hier in Sachsen mittlerweile viele Fachkräfte, die in den vergangenen Jahren ihre berufliche Perspektive in anderen Bundesländern nicht nur gesucht sondern auch gefunden haben“, begründet sie ihre Unterstützung. „Allerdings sind jetzt häufig nicht fehlende Arbeitsangebote der Grund weshalb viele, die eigentlich gern wieder nach Hause kommen würden, es dennoch nicht tun.“ Vielmehr wäre laut Violka das noch immer viel niedrigere Lohnniveau eines der größten Hemmnisse für eine Rückkehr. Wer Fachkräfte bräuchte, müsse sie auch gut bezahlen. „Bisher haben sich die niedrigeren Lohnkosten, die Ministerpräsident Milbradt gern als Standortvorteil lobt, lediglich dazu geführt Fachkräfte, die auch in anderen Bundesländern gesucht werden, aus Sachsen zu vertreiben“, so Violka. Sie fordert deshalb die Landesregierung auf, die Gewerkschaften bei ihren Bemühungen um höhere Tarifabschlüsse zu unterstützen und nicht mehr die niedrigeren Lohnkosten als Standortfaktor bei Investoren zu preisen. „Wenn wir bei den Löhnen in Sachsen nicht bald den Anschluss finden, kommt nur nicht keiner zurück, sondern es wandern noch viel mehr ab und daran ändern weder die warmen Worte des Ministerpräsidenten etwas noch irgendwelche Programme“, so Violka abschließend.

Pressemitteilung vom 02.03.07

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3,82 Euro Stundenlohn: "Davon kann keiner leben"

Sogar Fachkräfte arbeiten oft zu Billigtarifen - Gesetzlicher Mindestlohn gefordert

Wiesbaden/Berlin. Die niedrigsten Tarifstundenlöhne in Deutschland liegen unter vier Euro - und damit deutlich unter dem in der Politik kontrovers diskutierten gesetzlichen Mindestlohn von 7,50 Euro. Betroffen sind keineswegs nur ungelernte Beschäftigte, sondern auch Fachkräfte: Friseure in Sachsen verdienen im ersten Berufsjahr 3,82Euro brutto pro Stunde, wie das Statistische Bundesamt gestern unter Berufung auf Zahlen aus dem zweiten Halbjahr 2006 mitteilte. Dies sei der geringste Tarifstundenlohn für eine Fachkraft bundesweit. Selbst Salonleiter mit bis zu zehn Arbeitnehmern erhielten in Sachsen laut Tarifvertrag nur 5,96Euro.
"Von solchen Gehältern kann man nicht leben", sagte Reinhard
Bispinck, Tarifexperte des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung. Die Tarife würden zudem oft noch unterschritten. Allerdings sei speziell im Friseurhandwerk der Druck groß. Wenn alle anderen Betriebe im Umkreis weniger bezahlten, könne es sich ein einzelner Betrieb nicht leisten, aus dem Niedriglohn nach oben auszubrechen. Deshalb könne nur ein gesetzlicher Mindestlohn das Lohndumping wirksam begrenzen.
Im nordrhein-westfälischen Hotel- und Gaststättengewerbe beträgt der niedrigste Tariflohn laut Statistik 5,25 Euro die Stunde, in Sachsen sind es 6,29 Euro. Ingrid Hartges, Hauptgeschäftsführerin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes sprach sich aber gegen einen gesetzlichen Mindestlohn aus: Er würde reguläre Jobs vernichten. Zu den Branchen mit niedrigen Tariflöhnen gehört auch das Wachschutzgewerbe. In Thüringen betrug der Tarifstundenlohn dort 4,38Euro. Im Einzelhandel verdienten ungelernte Angestellte zwischen 6,56 Euro in Niedersachsen und 7,06 Euro in Mecklenburg-Vorpommern. Gesetzlich geregelte Mindestlöhne gibt es in Deutschland derzeit nur für das Baugewerbe, das Dachdeckerhandwerk, das Abwrack- und Abbruchgewerbe sowie für Maler und Lackierer.
Die sächsische SPD-Bundestagsabgeordnete Simone Violka forderte die Landesregierung in Dresden auf, nicht mehr die niedrigen Lohnkosten im Freistaat als Standortfaktor bei Investoren zu preisen. (ddp/ap/zr)

Freie Presse Titelseite 03.03.07

 

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