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Simone Violka fordert ein Ende der Standortwerbung mit dem Argument der niedrigeren Löhne
Simone Violka, die
Landesgruppenvorsitzende der sächsischen SPD-Bundestagsabgeordneten begrüßt die
Bemühungen von Ministerpräsident Milbradt, junge Menschen zu einer Rückkehr nach
Sachsen zu bewegen. „Wir brauchen hier in Sachsen mittlerweile viele Fachkräfte,
die in den vergangenen Jahren ihre berufliche Perspektive in anderen
Bundesländern nicht nur gesucht sondern auch gefunden haben“, begründet sie ihre
Unterstützung. „Allerdings sind jetzt häufig nicht fehlende Arbeitsangebote der
Grund weshalb viele, die eigentlich gern wieder nach Hause kommen würden, es
dennoch nicht tun.“ Vielmehr wäre laut Violka das noch immer viel niedrigere
Lohnniveau eines der größten Hemmnisse für eine Rückkehr. Wer Fachkräfte
bräuchte, müsse sie auch gut bezahlen. „Bisher haben sich die niedrigeren
Lohnkosten, die Ministerpräsident Milbradt gern als Standortvorteil lobt,
lediglich dazu geführt Fachkräfte, die auch in anderen Bundesländern gesucht
werden, aus Sachsen zu vertreiben“, so Violka. Sie fordert deshalb die
Landesregierung auf, die Gewerkschaften bei ihren Bemühungen um höhere
Tarifabschlüsse zu unterstützen und nicht mehr die niedrigeren Lohnkosten als
Standortfaktor bei Investoren zu preisen. „Wenn wir bei den Löhnen in Sachsen
nicht bald den Anschluss finden, kommt nur nicht keiner zurück, sondern es
wandern noch viel mehr ab und daran ändern weder die warmen Worte des
Ministerpräsidenten etwas noch irgendwelche Programme“, so Violka abschließend. _________________________________________________________________ 3,82 Euro Stundenlohn: "Davon kann keiner leben"Sogar Fachkräfte arbeiten oft zu Billigtarifen - Gesetzlicher Mindestlohn gefordert
Wiesbaden/Berlin. Die niedrigsten Tarifstundenlöhne in Deutschland liegen unter
vier Euro - und damit deutlich unter dem in der Politik kontrovers diskutierten
gesetzlichen Mindestlohn von 7,50 Euro. Betroffen sind keineswegs nur ungelernte
Beschäftigte, sondern auch Fachkräfte: Friseure in Sachsen verdienen im ersten
Berufsjahr 3,82Euro brutto pro Stunde, wie das Statistische Bundesamt gestern
unter Berufung auf Zahlen aus dem zweiten Halbjahr 2006 mitteilte. Dies sei der
geringste Tarifstundenlohn für eine Fachkraft bundesweit. Selbst Salonleiter mit
bis zu zehn Arbeitnehmern erhielten in Sachsen laut Tarifvertrag nur 5,96Euro.
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