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Stollberg und das obere Erzgebirge atmen auf
Bau der Ortsumgehung für die Kreisstadt hat gestern begonnen – In zwei Jahren soll die Straße für den Verkehr freigegeben werden.

Stollberg. Trotz eisiger Kälte war gestern beim ersten Spatenstich für die Ortsumgehung Stollberg ein zufriedenes Lächeln auf allen Gesichtern zu erkennen, Bürger und Vertreter aus Politik und Wirtschaft der Landkreise Annaberg, Stollberg und Zwickau-Land weilten unter den Gästen. 2,6 Kilometer wird die Umgehungsstraße lang sein und insgesamt 16,4 Millionen Euro kosten. Die neue Straße wird Stollberg in südlicher Richtung umgehen und eine Verbindung zwischen der B 169 und der Zwönitzer Straße herstellen. Drei Brücken sind für die neue Trasse erforderlich, darunter zwei größere Brückenbauwerke mit 203 bzw. 251 Meter Länge. Zwei neue Ortanschlüsse für die Stadt Stollberg sind ebenfalls vorgesehen.
Weiterhin wird durch den Bau bedingt, das örtliche und landwirtschaftliche Wegenetz neu gestaltet. Die Bauzeit wird mit zwei Jahren neu veranschlagt.
Iris Gleicke, Staatssekretärin beim Bundesminister für verkehr, Bau und Wohnungswesen, sagte, dass die Ortsumgehung seit 2000 im Zukunftsinvestitionsprogramm fest verankert ist. Das Baurecht für die Straße sei jedoch erst jetzt geschaffen. Weiter sagte die Staatssekretärin, „damit verbundene sächsische Probleme kann man nicht dem Bund vor die Beine schütten“.
Gewürdigt wurde insbesondere das Wirken der Bürgerinitiative „L(i)ebenswertes Stollberg“
des Ortsteils Hoheneck für den Bau der Umgehungsstraße. Der Ortschaftsrat, insbesondere Theo Schreckenbach, sowie hunderte Bürger hatten mit ihrem Bürgerengagement immer wieder auf sie Notwendigkeit der Ortsumgehung verwiesen und bei den zuständigen Behörden Druck gemacht. Theo Schreckenbach:“ Ich bin glücklich, dass es nun losgehen kann. Allerdings hätten wir das bereits im Sommer haben können und wir wären heute ein Stück weiter.“
Der sächsische Wirtschaftsminister Martin Gillo sagte in seiner Rede, dass er sich insbesondere dafür verwenden will, die Ortsumgehung Thalheim in den Bundesverkehrswegeplan aufzunehmen.
Exakt dieses Ziel verfolgen auch die Bürgermeister Uwe Schneider, Zwönitz, und Rene Kühn, Thalheim, mit der Übergabe einer Dokumentation, die Ortsumgehungen für Thalheim und den Zwönitzer Ortsteil Brünlos betreffend. Kühn argumentiert in dem der Staatssekretärin Gleicke überreichten Scheiben, dass im derzeitigen Bundesverkehrswegeplan vorgesehen sei, dass mit der realisierjung der Ortsumgehung Stollberg die Ortsumgehung Brünlos und Thalheim folgen solle. Wenn das nicht umgesetzt werde, bliebe die Erschließung der Region auf halben Wege stecken. Das Fahrzeugaufkommen werde sich durch die Osterweiterung der EU von derzeit 6000 Fahrzeugen täglich auf 18.000 erhöhen. Beide Bürgermeister forderten, die Umgehungsstraßen nicht aus dem dringlichen Bedarf zu streichen und auf 2015 zu verschieben. Genau darauf verwies auch Bürgermeister Schneider, der für den Ortsteil Brünlos mit Fertigstellung der Ortsumgehung des Verkehrsaufkommens in der Ortslage Brünlos befürchtet. Die vorgesehene Weiterführung der Bundesstraße 180 im Rahmen der Ortsumgehung Thalheim müsse unbedingt in einen zentralen Planungs- und Realisierungsbereich eingeordnet werden.
In einem Gespräch mit der SPD-Bundestagsabgeordneten Simone Violka während des feierlichen Spatenstiches für die Ortsumgehung Stollberg sagte die Bundestagsabgeordnete, dass das Bauvorhaben „Ortsumgehung Stollberg“ Bestandteil des Zukunftsinvestitionsprogramms (ZIP) 2001 bis 2003 sei, wie es im Oktober 2000 von der Bundesregierung beschlossen wurde. „Die Finanzierung der Maßnahme ist daher bereits seit über drei Jahren sichergestellt. Daran hat es seither auch nie einen Zweifel gegeben. Äußerungen nach denen der Bund zwischenzeitlich die Mittel für dieses Projekt nicht freigegeben habe, sind frei erfunden und entbehren jeglicher Grundlage“, sagte Violka. Weiter verwies die SPD-Politikerin darauf, neben der Mitbereitstellung durch den Bund waren vor der Realisierung der Maßnahme aber auch vom Freistaat Sachsen die notwendigen Planungen durchzuführen und die baurechtlichen Vorraussetzungen zu schaffen. Dass dies nunmehr geschehen ist, ist für Stollberg und die Region von großer Bedeutung. Ursprünglich waren Bund und Freistaat von einem früheren Realisierungszeitraum ausgegangen. Grund für die Verzögerung war, so die SPD-Politikerin, die relativ lange Planungszeit, die der für die Planung zuständige Freistaat zu verantworten habe.

Freie Presse Stollberg vom 16.12.2003

 

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