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Der Osten hat eine ChanceLiebe Genossinnen, liebe Genossen, ein wichtiger Schwerpunkt meiner Wahlkreisarbeit, die regionale und gesellschaftliche Erkenntnisse in meine Bundestagsarbeit einfließen lässt, ist mein Engagement auf dem Gebiet Berufsausbildung und die Frage wie junge Menschen eine gesicherte Perspektive auch in der Heimat finden. Auslöser waren Gespräche in denen Schülerinnen und Schüler immer wieder fragten: „Was macht die Politik, damit ich hier einen Ausbildungsplatz finde?“ und ich andererseits in immer mehr Unternehmen höre: „Was tut die Politik, damit wir genügend ausbildungsfähige junge Menschen finden?“ Dazu kommt eine oft negative Berichterstattung, die über regionale wirtschaftliche Fortschritte kaum berichtet, dafür umso mehr, wenn ein Unternehmen Probleme bekommt. Das führt dazu, dass oft kaum bekannt ist wie viele Arbeitsplätze in der Region überhaupt existieren und welche Ausbildungsmöglichkeiten es gibt. Bei zahlreichen Besuchen in Betrieben, Einrichtungen und Schulen konnte ich feststellen, dass mittlerweile ein Umdenken stattfindet und Schule verstärkt mit Wirtschaft zusammenarbeiten will, um jungen Menschen schon während ihrer Schulzeit klar zu machen welche Anforderungen man an sie stellt und welche Möglichkeiten sie selbst haben. Trotz vieler positiver Entwicklungen, stellen ein großes Problem die Schulabgängerinnen und Schulabgänger dar, die aufgrund ihrer schulischen Leistungen den Anforderungen der Unternehmen nicht genügen, obwohl einige Unternehmen ihre Ansprüche schon korrigiert haben. So sucht die Spandauer Velours GmbH & Co-KG Lichtenstein Realschüler bis zu einer Durchschnittsnote 3,0 (früher forderten sie 2,0). Deshalb ist die Einstiegsqualifizierung (EQJ) unverzichtbar für einen nachhaltigen Erfolg unseres Ausbildungspaktes. Politischer Handlungsbedarf besteht dennoch, um Missbrauch und Mitnahmeeffekte zu verhindern, damit die tatsächlich auf Förderung angewiesenen Jungendlichen nicht verdrängt werden. Da der Ausbildungspakt Mitte dieses Jahres endet, setzten wir uns in der Bundestagsfraktion dafür ein, dass der nicht nur zeitlich verlängert, sondern auch inhaltlich weiterentwickelt wird. Dazu gehört auch, so genannte „Altbewerber“ besser in den Ausbildungsmarkt zu integrieren. Außerdem werden wir weiter daran arbeiten, das berufliche Bildungssystem in Deutschland zu modernisieren. Viele Unternehmen die ich besuchte, drängen zum Beispiel auf die Wiedereinführung der Berufsausbildung mit Abitur. Nicht vergessen werden darf in diesem Zusammenhang die Chancengleichheit. Grundlagen dafür werden nicht erst in der Schule, sondern bereits früher gelegt. Deshalb ist die frühkindliche Bildung enorm wichtig und muss für alle Familien unabhängig vom Geldbeutel zugänglich sein. Unser Anspruch ist daher langfristig mehr Bundesmittel in die Zukunft unseres Landes, nämlich in unsere Kinder und deren Zukunftschancen zu investieren. Vorwärts Ausgabe März 2007
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