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Violka kritisiert Zuflussprinzip
Frauen erhalten Hilfe beim Erstellen einer Petition
Von Jens Arnold
Glauchau/Lichtenstein. Gegen Ungerechtigkeiten
durch Hartz IV macht sich jetzt auch die SPD-Bundestagsabgeordnete Simone Violka
stark. "Das kann nicht rechtens sein", sagte sie und meint damit das so genannte
Zuflussprinzip. Inhalt dieses Prinzip ist das Folgende: Für den ersten Monat
wird kein Hartz-IV-Geld ausgezahlt, wenn in diesem Monat rückwirkend für eine
abgeschlossene Maßnahme des zweiten Arbeitsmarktes vom Amt Geld gezahlt wurde.
Mit anderen Worten: Wenn das Amt in einem Monat Geld auszahlt, muss für eine
andere Leistung nicht gezahlt werden. In der Folge bedeutet das nichts anderes,
als dass die Betroffenen einen Monat für umsonst arbeiten. Doch nicht nur das:
Erhalten sie kein Geld, erfolgen auch keine Leistungen an die Kranken- oder
Rentenkasse.
Noch nicht alle, die davon betroffen sind, werden das möglicherweise gemerkt
haben. Doch eine Gruppe von zunächst sechs Frauen will sich das nicht gefallen
lassen. Und die Frauen sind damit bei Simone Violka auf offene Ohren gestoßen.
Doch die hiesige SPD-Bundestagsabgeordnete war nicht nur überrascht, dass es
diese Regelung des Zuflussprinzips überhaupt gibt. Offenbar noch mehr überrascht
war sie, als sie beim zuständigen Ministerium für Wirtschaft und Arbeit erfuhr,
dass das Problem bekannt sei.
Und vom SPD-Fraktionsvorsitzenden Franz Müntefering habe sie die Auskunft
erhalten, dass Mitte dieses Jahres ohnehin alles auf den Prüfstand komme, was
mit Hartz IV zusammenhänge. Man brauche einfach auch ein bisschen Zeit, um
Erfahrungen zu sammeln. Doch im konkreten Fall ist Simone Violka der Meinung:
Bis Sommer ist keine Zeit mehr.
Aus diesem Grund hat sie einen Brief an alle Mitglieder der
SPD-Bundestagsfraktion geschrieben. Darin erläutert sie das Problem. Und wenn
sie ab 11. April, also nach der offiziellen Osterpause, wieder in Berlin ist,
will sie die Sache auch gleich in der nächsten SPD-Fraktionssitzung zur Sprache
bringen. "Und auch in der Landesgruppe Ost sollten wir darüber sprechen." Denn
Violka glaubt, dass es sich hierbei hauptsächlich um ein Problem
handelt, von dem Bürger im Osten Deutschlands betroffen sind.
Außerdem wird sich Udo Lindner, Leiter des Glauchauer Wahlkreisbüros, am Freitag
mit den sechs betroffenen Frauen in Lichtenstein treffen, um eine Petition zu
verfassen, die dann an den zuständigen Bundestagsausschuss nach Berlin geschickt
wird. Sollten weitere Bezieher von Hartz IV feststellen, dass dieses Problem
auch auf sie zutrifft, dann bietet Lindner auch ihnen seine Unterstützung an.
"Die Betroffenen können mich im Büro anrufen. Wenn sie persönlich mit mir
sprechen wollen aber keine Möglichkeit haben, nach Glauchau zu kommen, komme ich
auch gern zu ihnen", sagte er der "Freien Presse". Und er würde die Petition,
die am Freitag verfasst wird, auch jedem anderen zur Verfügung stellen.
Simone Violka persönlich ist fest davon überzeugt, dass es im konkreten Fall gar
keiner Änderung eines Gesetzes bedarf, "weil nicht im Gesetz steht, dass kein
Geld gezahlt werden darf". Ihre einfache Lösung: "Hier müssen klare
Ausführungsbestimmungen her." Dafür will sie sich in erster Linie stark machen.
Und das so schnell wie möglich.
Information:
Das Wahlkreisbüro von Simone Violka befindet sich
in Glauchau, Markt 1 (Ratshof). Telefonisch ist es unter der Rufnummer
03763/488298 erreichbar.
Freie Presse Hohenstein-Ernstthal 30.03.05
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