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Lehrstellenprojekt der Stadtmission lädt Bundestagsabgeordnete ein 

Hohenstein-Ernstthal. „Erst mal sollte jeder herausfinden, welche positiven und welche negativen Seiten er besitzt.“ Das zu wissen sei wichtig, wenn man sich Wünsche, im Speziellen Berufswünsche, erfüllen möchte. Diesen Tipp gibt Ute Groß, die Leiterin des Lehrstellenprojektes der Stadtmission Chemnitz, allen auf den Weg, die sich auf ihre Bewerbung vorbereiten.

Gestern war ein besonderer Tag im Projektbüro an der Imanuel-Kant-Straße in Hohenstein-Ernstthal. Im rahmen des bundesweiten Aktionstages „Politiker ins Praktikum“ hatten sich die Jugendlichen die beiden Bundestagsabgeordneten aus dem hiesigem Wahlkreis  - Simone Violka (SPD) und Marco Wanderwitz (CDU) – eingeladen, gemeinsam mit ihnen theoretisch den Bewerbungsstress durchzustehen.

Auch die beiden Politiker sollten sich in dieser zeit einmal gedanklich als 16-jährige fühlen und versuchen so zu denken, wie das ein Jugendlicher tut. Dazu wurden eine art spiele vorbereitet, die durchaus ernsten Charakter trugen.

Als positive Eigenschaften für sich nannte Marco Wanderwitz unter anderem belastbar ( „mich haut so schnell nichts um“) und lernbereit ( „ich wollte den Dingen schon immer auf den Grund gehen“). Das er ein „Morgenmuffel“ ist, das sei allerdings „ein echtes Problem“. „Ich hab schon immer Respekt vor Leuten, die in Schichten arbeiten.“

So wie er mussten sich auch die anwesenden Schüler selbst entscheiden. Ute Groß und Manja Richter, die ebenfalls als Sozialarbeiterin im Projekt arbeitet, fragten dann nach, ob befürchtet wird, dass sich die negativen Eigenschaften  auch negativ auf auf den Berufswunsch auswirken können.

Bewerbertrainings vor der Kamera wurden gemeinsam mit Simone Violka durchgeführt. Dabei musste auch sie als Schülerin auftreten. Ein Gefühl, dass sie aus ihrer Zeit so nicht direkt in Erinnerung hat. Als sie sich 1984 beworben habe, musste sie zwar auch zu einem Gespräch in den Betrieb, „aber viel war da nicht“, erinnert sie sich. Aber auch, wenn das damals recht unkompliziert gewesen sei, weiß sie noch: „Trotzdem war es aufregend.“

Die Mitarbeiter des Lehrstellenprojektes haben versucht, den Tag so realitätsnah wie möglich zu gestalten, schließlich sollte keiner mit dem Gefühl nach Hause gehen, nur gespielt zu haben. Wie muss ich bei einem Bewerbungsgespräch auftreten oder wie sollte ich mich vorbereiten waren nur zwei der vielen fragen zu diesem Thema.

Eines haben sicherlich alle Jugendlichen begriffen: Auch Erwachsene wie die beiden Politiker oder die Projektmitarbeiterinnen sind Menschen mit Ecken und Kanten. Keiner ist von vornherein perfekt und wird es wahrscheinlich nie sein. Deshalb wird versucht, den Schülern deutlich zu machen, dass sie sich ein Ziel setzen, dass sie ihre Fähigkeiten erkennen und einsetzen sollten und das sie an selbst erkannten Mängeln arbeiten müssen.

30.April/1.Mai 2003

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