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Frauen begrüßen Simone Violka als Mutmacherin

Kritik wird an der Rolle der Bundesagentur für Arbeit laut

Von Günter Scheibe

Lichtenstein. Sie wurde als die Mutmacherin der vergangenen Jahre begrüßt. Simone Violka (SPD), Abgeordnete im Deutschen Bundestag, stellte sich zum Mittwochstreff des Frauenzentrums Lichtenstein den Fragen von 60 Frauen. Diese er-warteten vor allem Antworten zu brisanten sozialen Problemen unserer Zeit.
Sie stecke in der Materie und interessiere sich für die Sorgen der Menschen, versicherte Violka. Teilnehmer schilderten die Auswirkungen der Hartz-IV-Gesetze. So war von einer Familie mit zwei behinderten Kindern die Rede, der im Monat etwa 100 Euro zum Lebens-
unterhalt bleiben. Erich Lasch (er berät Arbeitslosengeld-II-Bezieher) beklagte, dass die Bescheide zum Teil haarsträubend seien und vor allem Kinder benachteiligten. Die Betroffenen würden oft abgefertigt und erhielten keine wirkliche Beratung durch die Behörden. Die SPD-Politikerin sicherte die Unterstützung bei der Klärung dieser Probleme zu. Sie ermutigte, sich gegen Ungerechtigkeiten zur Wehr zu setzen und sich auch wie bisher gesellschaftlich zu engagieren. Politik könne nicht alles leisten, betonte Violka. Deshalb müssten stärker jene in die Pflicht genommen werden, die von der Gesellschaft am stärksten profitieren.
Kritik wurde an der Rolle der Bundesagentur für Arbeit laut. Es sei kaum möglich, sie telefonisch zu erreichen oder einen Beratungstermin zu erhalten. Wenn doch, dann fehle es einigen Mitarbeitern an Kompetenz. Es entstehe der Eindruck, die Agentur "verbarrikadiere" sich regelrecht. Zweifel wurden zur Wirksamkeit der Ein-Euro-Jobs geäußert. Violka räumte ein, sie glaube selbst nicht daran, dass dadurch neue Arbeitsplätze entstünden. Auch wenn die Bundestagsabgeordnete wenig Zuversicht vermitteln konnte, würdigten die Teilnehmer der Diskussion deren Engagement für die Interessen der Region. Violka informierte, dass derzeit die Probleme seit der Einführung von Hartz IV gesammelt würden. Im Sommer 2005 werde erste Bilanz gezogen. Bis dahin, so meinten einige Anwesende sarkastisch, sei Armut für sie bittere Realität geworden.

Freie Presse Hohenstein-Ernstthal 04.03.05

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